Marion Kopmann Geschäftsführerin von MASTERhora und Key-Account-Managerin Marion Berger im Interview Wir in der Presse

Mithilfe erfahrener Experten Wissen für die Zukunft nutzbar machen

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job40plus: Frau Kopmann, Sie haben MASTERhora vor gut einem Jahr gegründet. Was war Ihre Motivation?
Marion Kopmann: Ich habe in den vergangenen Jahren als Beraterin unzählige Unternehmen gesehen und unterstützt. Eine der zentralen Fragen, die fast all diese Firmen bewegt haben, war das so genannte „Demografie Management“. Viele Personal- und Unternehmensleiter haben mir bestätigt, dass eine der größten Herausforderungen der nächsten Zeit darin liegen wird, dass durch die massive Verrentung ganzer Kohorten von Leistungsträgern ein geballter Wissensverlust eintritt, der kaum noch zu kompensieren ist.

Aber dies ist ja keine neue Entwicklung, oder?
Nein, wir haben diesen Effekt schon lange, allerdings wird er durch das aktuelle und aberwitzige „Rente mit 63“-Konzept der Bundesregierung noch einmal negativ verstärkt. Und auf der anderen Seite fällt es den Unternehmen aber auch schwer, ihre internen erprobten Prozesse und Strukturen aufzubrechen. Daraus ist die Idee entstanden, schnelle und unkomplizierte Lösungen von außen anzubieten. Das war die Geburtsstunde von MASTERhora.

Frau Berger, was hat Sie animiert mitzumachen?
Marion Berger: Als erfahrene HR-Expertin, die langjährig auf Unternehmensseite strategisch wie operativ tätig war, habe ich grundsätzlich einen etwas anderen Blickwinkel als Marion Kopmann, kann ihr aber nur hundertprozentig recht geben: Ein erfolgreiches Generationenmanagement ist in den Unternehmen das große Thema, um zukünftig wettbewerbsfähig und attraktiv bleiben zu können. Hier bietet MASTERhora ein pragmatisches, umfassendes und erfolgversprechendes Konzept an!

Wie sieht das aus?
Als einziges Online-Netzwerk in Deutschland bietet es Unterstützung in den Handlungsfeldern professioneller Wissenstransfer und innovatives Recruiting von Senior-Experten. Es gibt aber zusätzlich auch eine übergeordnete, mehr theoretische Komponente, die mich zum Mitmachen bewegt hat: Mir liegt die dauerhafte Veränderung des noch vorherrschenden negativen Altersbildes aufrichtig am Herzen – auch dies teile ich mit Marion Kopmann und finde daher in MASTERhora die ideale Plattform, um das Bild zu ändern.

Was heißt eigentlich MASTERhora? Wie kommt der Name zustande?
Kopmann: Der eigentliche Namensgeber ist eine Figur aus dem Roman „Momo“ von Michael Ende. Der Untertitel lautet: „Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“. Und das bringt es ganz gut auf den Punkt: Momo ist bei „Meister (Master) Hora“ zu Gast, dem Meister und Behüter der menschlichen Zeit. Wir möchten den Menschen und den Unternehmen die Möglichkeit geben, Zeit und Wissen als interne Ressource zu betrachten und sie möglichst flexibel und selbstbestimmt einzusetzen und sich damit vom irrational gestalteten starren Rentenkorsett zu lösen.

Sie sprechen hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte (im Ruhestand) an. Warum diese Zielgruppe?
Kopmann: Wir adressieren den gesamten Markt der so genannten „Fachkräfte“, egal ob aus
dem gewerblichen oder kaufmännischen Bereich. Es geht um Experten in ihrem Fach, die heute mehr denn je dringend gesucht werden. Sie können inzwischen fast täglich in der Presse über den akuten Fachkräftemangel in Deutschland etwas lesen. Und meist steckt in diesen Geschichten ein konkreter Hilferuf von Unternehmen: Fakt ist, dass der Fachkräftemarkt schon heute je nach Branche oder Region „leergefegt“ ist und bereits 2020 mehr als zwei Drittel der Führungskräfte über 50 Jahre alt sein werden.

Es gibt ja schon einige Businessplattformen, was ist an Ihrem anders? Was habe ich als Nutzer davon? Warum brauchen wir eine Plattform dafür?
Kopmann: Natürlich gibt es viele so genannte Businessplattformen im Netz. Trotzdem ist MASTERhora einzigartig. Es gibt kein vergleichbares Onlineangebot, das über die drei Säulen „Vernetzen–Arbeiten–Lernen“ die Kernidee, Expertenwissen zu bewahren und für die Zukunft verfügbar zu machen, ähnlich umsetzen kann.

Das heißt?
Berger: Unsere Plattform kann Unternehmen beim professionellen Aufbau des Generationenmanagements in den Bereichen innovatives Projektrecruiting, Wissenstransfer und -erhalt im Unternehmen (CAMPUS) unterstützen. Gleichzeitig finden Senior-Experten und Ruheständler genau die neuen Herausforderungen/Projekte auf Zeit, die sie gesucht haben. Und sie bleiben damit genauso flexibel wie die Unternehmen. Ein glaubwürdiges Employer Branding durch die gezeigte Wertschätzung dem SENIOR-Experten gegenüber, gibt es gratis on top, intern wie extern. Und schließlich hisst jedes Unternehmen und jeder Experte, der Mitglied auf MASTERhora ist, ganz automatisch die Flagge für ein neues, positives und treffendes Altersbild.

Wenn Sie den Nutzen von MASTERHORA in einem Satz formulieren müssten, wie lautet der? Berger: MASTERHORA macht mithilfe erfahrener Experten Wissen für die Zukunft nutzbar und schafft Wettbewerbsvorteile für Unternehmen und Beschäftigte.

Der Schwerpunkt von MASTERhora liegt online, aber braucht es nicht auch den persönlichen Kontakt? XING beispielsweise organisiert ja auch reale Treffen. Ist so etwas bei Ihnen auch geplant?
Kopmann: Auch wenn unsere Plattform nun schon ein Jahr lang erfolgreich arbeitet: Wir sind noch in der Anfangsphase und bauen gerade jetzt viele neue Ideen ein, um unser Angebot zu erweitern. Dazu gehören auch sinnvolle Veranstaltungsreihen und Treffen. Der Mensch ist ein soziales Wesen und soziale Plattformen im Netz können immer nur einen Teil dessen abdecken, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Der reale Kontakt ist ein ganz zentraler Baustein von erfolgreicher Zusammenarbeit und nachhaltigen und effektivem Austausch von Wissen.

Wie könnte der aussehen?
Berger: Wir bieten Veranstaltungen in Kooperation mit vielen Partnern, beispielsweise mit "Die Führungskräfte e.V.", an. Die Resonanz auf solche Präsenzveranstaltungen ist riesig. Wir werden unser Leistungsangebot in diesem Bereich deshalb zukünftig weiter ausbauen und durch Präsenz auf Fachmessen wie etwa das neue Format job40plus, aber auch durch eigene „Stammtische“ in den Metropolen erweitern. Wir gehen dabei immer in enger Kooperation mit Gründernetzwerken vor, da wir überzeugt sind, dass erfahrene Arbeitnehmer und „junge“ Gründer sich viel gegenseitig geben können.

Verraten Sie uns Ihre Pläne für die nächsten zwei Jahre? Und was ist Ihr Traum? 
Kopmann: Wie gesagt: MASTERhora steht erst am Anfang. Wir haben die Weitsichtbrille aufgesetzt und werden unsere Idee konsequent weiterentwickeln. Der Bedarf ist riesig, die Möglichkeiten für unsere Plattform sind vielfältig. Mit anderen Worten: Es gibt in den nächsten Jahren viel zu tun. Dahinter steht für uns eine ganz klare Vision: In zehn Jahren wird MASTERhora das Online-Netzwerk am Markt sein, das den Umbruch beim damals noch negativen Altersbild in der Gesellschaft angestoßen und mitgestaltet hat – und damit den Nährboden für neue Arbeitsformen auf der Basis des Wissenserhalts geschaffen hat.